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Kommandos für jeden Hund – Teil 3 – Fuß oder Links/ Rechts und Bleib

Die letzte Übung aus Teil 2 unserer Reihe "Kommandos, die jeder Hund kennen sollte" diente dazu, dass der Hund lernt neben uns zu sitzen oder zu liegen. Der nächste Schritt im wahrsten Sinne des Wortes, ist jetzt das neben uns, Beifuß laufen.

„Fuß“ oder „Links/ Rechts“

In manchen Situationen ist es wichtig, dass unser Hund direkt neben uns läuft. In der Innenstadt, an einer Straße ohne Bürgersteig oder an vielbefahrenen Radwegen zum Beispiel. Besonders bei den letzteren ist es sinnvoll, dass der Hund auf der Fahrbahn abgewandten Seite des Menschen läuft, damit genügend Abstand zwischen dem Hund und den fahrbaren Untersätzen ist und der Mensch als Platzhalter dazwischen fungieren kann. Denn so ein Hund, egal wie gut erzogen, ist immer unberechenbar wie ein Kleinkind. Ein plötzliches Geräusch was ihn erschreckt, ein Vogel, der tief über den Boden an ihm vorbei über die Fahrbahn fliegt oder ein Hund auf der anderen Straßenseite könnten ihn dazu veranlassen, aus der Reihe zu tanzen und auf die Fahrbahn zu geraten. Außerdem ist so ein Hund, oder zumindest die Meisten, auch höchstens so groß wie ein Kleinkind und somit vor allem für Autofahrer schlecht sichtbar.

Nun kann man sich überlegen, auf welche Art und Weise man das Beifuß gehen verknüpfen möchte. Die wohl gängigste Methode ist wohl den Befehl „Fuß“ mit dem auf der linken Seite des Menschen gehen, zu verknüpfen da man bei bereits erwähnten bordsteinlosen Straßen ja immer auf der Seite des Gegenverkehrs gehen sollte und somit ist die Linke Seite, die der Fahrbahn abgewandte. Bei den Meisten gibt es dann nur den Befehl und folglich nur die eine linke Seite für das Beifuß gehen. Nun ist es aber erfahrungsgemäß so, dass man sich als Fußgänger an Straßen häufiger auf dem Bürgersteig bewegt und dort kann es durchaus sein, dass man mal so gehen muss, dass die der Fahrbahn abgewandte Seite, die Rechte ist. Dementsprechend halte ich es für sinnvoll, sowohl einen Befehl für das links, als auch das rechts gehen des Hundes getrennt beizubringen. Wer jetzt denkt, Hunde können rechts und links doch eh nicht auseinanderhalten, der wird sich wundern. Ihr Hund ist vielleicht doch klüger als Sie glauben. Probieren Sie es doch einfach mal.

Der Aufbau ist bei beiden Seiten gleich. Ob Sie jetzt die Befehle „Fuß“ für links und „Hand“ für rechts oder einfach „links“ und „rechts“ wählen ist wieder völlig Ihnen überlassen. Sie können auch kreativ werden. Hauptsache Sie verwänden ab dann immer die gleichen Befehle und Sie und Ihr Hund wissen, was gemeint ist.

Zur Übung: Stellen sie sich gegenüber Ihres Hundes hin und bieten ihm ein Leckerchen an.

Der Hund wird sich natürlich in Bewegung setzen und versuchen, das Leckerchen zu erreichen.
Sobald er fast auf ihrer Höhe ist, drehen Sie sich um 180 Grad und machen einige Schritte vorwärts.

Der Hund läuft so an Ihrer Seite. Nach ein oder zwei Schritten bekommt er das Leckerchen und darf wieder seiner Wege ziehen. Mit jeder Wiederholung können Sie die Wegstrecke um einen Schritt erweitern. Loben Sie den Hund dabei auch stimmlich und motivieren Sie ihn somit. Unterbrechen Sie das Lob zwischendurch und wiederholen Sie das Hörzeichen. Je weiter der Hund dann geht, umso öfter hört er neben dem Lob auch das Hörzeichen. So verknüpft er dieses sehr schnell mit der Aktion. Wichtig ist auch bei dieser Übung, dass der Auflösungsbefehl gegeben wird, wenn der Hund nicht mehr Beifuß laufen muss. Nur dann nimmt der Hund den Befehl auch als solchen ernst. Der Hund sollte übrigens nicht durchgängig beim Gassi gehen Beifuß laufen müssen. Er braucht auch Freilauf- und Tobezeit um sich auspowern zu können. Dieser Befehl sollte wirklich nur genutzt werden, wenn man Ihn braucht.

Tipp:
Eine schöne Zusatzübung ist es, dem Hund beizubringen, dass er sich, wenn er gerade im „Fuß“ – Modus ist, neben Ihnen hinsetzt, sobald Sie stehenbleiben. Dies ist vor allem an Straßen oder wenn ein Radfahrer oder Fußgänger an Ihnen vorbei will praktisch, da der Hund dann nicht ausversehen herumwuselt, weil er nicht weiß, was er machen soll, wenn Sie stehen bleiben. Außerdem fördert es seine Aufmerksamkeit und Konzentration Ihnen gegenüber, wenn er damit rechnen muss, dass Sie ab und zu unerwartet stehenbleiben und somit indirekt den Befehl „Sitz“ geben, dem er nachkommen muss.

Kommando für den Hund „Bleib“

Der Befehl „Bleib“ wird von einigen Hundefreunden als überflüssig gesehen. Sie sind der Meinung, da der Hund bei den Befehlen „Sitz“ und „Platz“ eh so lange sitzen oder liegen bleibt, bis der Auflösungsbefehl erfolgt, braucht es den Befehl „Bleib“ gar nicht. Das ist im Prinzip nicht falsch. Allerdings wird dabei außer Acht gelassen, dass meist, beim „Sitz“ oder „Platz“, der Mensch in der Nähe des Hundes bleibt. Wenn man sich weiter vom Hund entfernt, stellt es für ihn eine höhere Belastung dar und kann mitunter großen Stress auslösen. Besonders Hunde die stark Personenbezogen sind, haben Verlustängste, wenn ihr Herrchen oder Frauchen sich entfernt und sie allein zurücklässt. Deshalb wird ihr Hund es wahrscheinlich zunächst nicht lange sitzen oder liegen bleiben, wenn Sie sich weiter von ihm wegbewegen. Er wird zu ihnen wollen. „Bleib“ ist dementsprechend dann wichtig, wenn Sie sich vom Hund entfernen und auch eine Art kleines Versprechen, dass Sie wiederkommen.

Als Sichtzeichen nutzen Sie die Hand, die, mit der Handfläche zum Hund ausgestreckt wird. Sobald Sie den Hund ins „Sitz" gebracht haben, beugen Sie Ihren Oberkörper leicht zum Hund hin und geben das Sichtzeichen. Für die meisten Hunde ist diese Körperhaltung neu und etwas bedrohlich und in den meisten Fällen, sind die Hunde so perplex, dass sie im „Sitz" verbleiben. Nun gehen Sie einen Schritt zurück und kehren sofort zum Hund zurück und loben ihn für seine Meisterleistung. Mit jedem neuen Durchgang entfernen Sie sich einen Schritt weiter vom Hund weg.

Sobald Sie die Entfernung von 2 Metern erreicht haben, können Sie mit dem Hörzeichen anfangen. Nun werden Hörzeichen und Sichtzeichen gemeinsam gegeben. Hier ist es wichtig bei jeder neuen Übungsstunde wieder klein zu beginnen. Wenn der Hund weiß worauf das ganze hinausläuft können Sie sich in größeren Schritten vom Hund entfernen.

Hat der Hund erst einmal begriffen, dass Sie in jedem Fall und egal wie lange Sie wegbleiben wiederkommen, wird er beim Bleiben auch entspannter werden und weniger in Versuchung kommen aufzuspringen und zu ihnen zu laufen ohne dass Sie ihn gerufen haben.

Tipp:
Als kleine Steigerung dieser Übung können Sie den Hund auch ins Bleib bringen und dann aus seinem Einsichtsbereich, beispielsweise um eine Ecke verschwinden. Wenn Sie diese Übung gut und lange genug trainieren, können Sie den Hund irgendwann dann auch zum Brötchen holen kurz vorm Bäcker ablegen (trotzdem angeleint versteht sich) und aus seinem Sichtfeld verschwinden ohne dass es zu viel Stress für ihn bedeutet.