Die größten Fehler bei der Hundefütterung

Die größten Fehler bei der Hundefütterung

Ein Leckerli hier, damit der Hund ein gewünschtes Verhalten an den Tag legt. Ein Leckerchen da, weil gerade keine Zeit dafür ist, sich mit dem Hund zu beschäftigen. Ein Snack für den Hund, weil er doch gerade so herzzerreißend mit großen Augen guckt, während seine Menschen bei Tisch sitzen und schließlich soll er es doch auch gut haben. Ein Leckerchen, um dem Hund eine Freude zu machen. Ein Kausnack, damit er ein paar Minuten beschäftigt ist und Ruhe gibt, anstelle den Menschen ständig anzustupsen und unruhig hin und her zu laufen, weil er eigentlich spielen möchte.

1. Leckereien als Liebesersatz oder Bestechung

Viele Hunde werden viel zu häufig mit Leckerlis als Liebesersatz oder Bestechung gefüttert. Das kann fatale Folgen haben. Denn zum einen besteht die Gefahr, dass der Hund Übergewicht entwickelt. Andererseits wird er Gefallen an den ständigen Leckerchen finden und immer penetranter darum betteln. Werden Leckerchen auch als Bestechung angewendet in der Form, dass der Hund schon mit dem Leckerchen in der Hand gelockt wird, etwas zu tun, dann kann es passieren, dass der Hund bald gar nicht mehr tut, was der Mensch ihm sagt, wenn er dafür nicht etwas zu fressen bekommt. Es kann dann passieren, dass der Hund ein Kommando seiner Menschen nicht befolgt, wenn er kein Leckerchen in deren Hand sieht.

Besser werden Hundeleckerchen als Belohnung eingesetzt. Der Unterschied zur Bestechung ist, dass der Hund das Leckerchen nicht sieht, bevor er ein erwünschtes Verhalten gezeigt hat. Er weiß nicht, ob er etwas bekommt oder nicht. Der Hund wird also etwas tun, weil der Mensch es von ihm fordert und nicht deswegen, weil er auf das Leckerli giert. Zudem sollte die Belohnung auch nicht jedes Mal in Form eines Leckerchens ausfallen. Alternativ zum Leckerli können extra Streichel- und Spieleinheiten gegeben werden. Dadurch wird die Beziehung zwischen Hund und Mensch gestärkt, der Mensch dient nicht nur als austauschbarer Futterspender und für den Hund tritt keine Gewöhnung ein.

Vergessen Sie bitte nicht, die Kalorien der Leckerchen in den Tagesbedarf des Hundes hineinzurechnen. Alles was er nebenbei als Snack bekommt, sollte von seiner Futterration abgezogen werden, damit er nicht dick wird.

2. Der Hund kann nicht ungestört fressen

Viele Hunde können nicht in Ruhe fressen. Wahlweise steht ihr Futternapf an einem Ort, an dem reger Familienbetrieb herrscht. Ständig kommt ihnen bzw. ihrer „Beute“ jemand (zu) nahe oder sie fühlen sich beobachtet. Manche Halter nehmen dem Hund auch ab und an den Napf weg, um sich als Gruppenoberhaupt zu etablieren und dem Hund dadurch die eigene Machtposition zu demonstrieren. Lässt der Hund dies nicht geschehen oder knurrt seinen Menschen an, gibt es eine Strafe für den Hund. In Folge wird der Hund entweder sein Fressen so schnell wie möglich verschlingen, bevor es ihm weggenommen wird, sich gar nicht mehr an den Napf trauen, weil er sich dem Ranghöheren, der vermeintlich die Beute für sich beansprucht unterwirft oder er wird sein Futter vor „Rangniederen“ wie z. B. Kindern durch Knurren oder auch Zuschnappen verteidigen. Alles keine wirklich wünschenswerten Szenarien.

Um dies zu verhindern, sollten Sie den Hund an einem ruhigen Ort füttern und ihn dort auch ungestört fressen lassen. Ihn während des Fressens zu beobachten oder ihm nahe zu kommen, sollte für alle Familienmitglieder tabu sein. Nur so kann der Hund stressfrei fressen. Die Rolle als „Rudelführer“ macht man dem Hund besser durch andere Maßnahmen als den Napf wegnehmen klar, z. B. weniger Leckerli geben, ohne dass der Hund etwas dafür tun muss.

3. Der Hund soll Abwechslung beim Futter haben

Leider neigen viele Hundehalter dazu, den Hund allzu sehr zu vermenschlichen. Und so wie der Mensch Abwechslung in seinem Speiseplan bevorzugt, soll auch der Hund Abwechslung beim Futter haben. Wenn der Hund vom neuen Futter dann Durchfall bekommt, heißt es schnell, das verträgt er nicht und es wird zur nächsten Sorte gewechselt. Dabei sind Durchfall und auch Verstopfung häufig ein Anzeichen dafür, dass der hündische Organismus und insbesondere seine Darmflora keine Zeit hatten, sich an das neue Futter zu gewöhnen. Denn eine Futterumstellung beim Hund sollte immer über mehrere Tage hinweg vollzogen werden. Dabei wird schrittweise dem alten Futter ein immer größerer Anteil des neuen Futters hinzugefügt.

Anders als der Mensch verlangt der Hund nicht nach Abwechslung in seinem Futter. Ein hochwertiges Hundefutter enthält alle wichtigen Nährstoffe, Vitamine und Mineralien, die der Hund braucht. Eine solche Komplettnahrung ist bereits ausgewogen und artgerecht und muss nicht durch weitere Bestandteile ergänzt werden.

Bekommt der Hund Essensreste vom Tisch oder immer mal wieder ein leckeres Stück Fleisch oder Käse, weil man ihm Abwechslung bieten möchte, besteht außerdem die Gefahr, dass man sich einen mäkeligen Fresser heranzieht. Denn wie bei Kindern, die bei der Wahl zwischen Schokolade und Gemüse höchstwahrscheinlich auch Schokolade bevorzugen würden, wird auch der Hund das für ihn leckerere, aber nicht zwingend gesündere Fressen wählen.