5 Wege die Gefühle seines Hundes zu verletzen, ohne es zu wissen

Wissen

von Julia Hanke - 29.11.2018

Gefühle Hund

Das Leben eines Hundes dreht sich komplett um seine Menschen. Er ist mental und physisch auf sie angewiesen. Er will nicht nur gut versorgt, sondern vor allem geliebt, gefördert und beschäftigt werden. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der IQ eines Hundes etwa dem eines 2-3 jährigen Kindes entspricht. Außerdem weiß man, dass Hunde träumen. Und dass sie im Traum die Erlebnisse des Tages verarbeiten. Das leise Jaulen, die Zuckungen und Tritte sind also ihre Reaktion auf schöne Erlebnisse, aber auch auf ängstliche und solche Erlebnisse, in denen sie bestraft oder gescholten wurden.

Ein Hund hat also auch emotionale Empfindungen bzw. "Gefühle". Und wenn ihm nicht die notwendige Aufmerksamkeit und Zeit zuteil wird, er ungerechtfertigt bestraft oder schlecht behandelt wird, dann kann das tiefe Narben auf der Hundeseele hinterlassen.

Vor diesem Hintergrund sollte man sensibel sein, wenn es um die folgenden 5 Dinge geht, mit denen man ungewollt die Seele des Hundes verletzen kann.

1. Die Nase im Missgeschick des Hundes reiben

Hunde sind per se keine Nestbeschmutzer. Wenn ihnen doch einmal ein Malheur im Haus passiert, dann kann das verschiedene Ursachen haben, für die sie gar nichts können. Physische Krankheit, Notlage, zu viel Zeit zwischen den Gassigängen können mögliche Gründe für den Unfall sein. Oder aber die Stubenreinheit wurde ihnen schlicht nicht richtig anerzogen. Den Hund in dieser Situation anzuschreien oder gar seine Nase in das Ungeschick zu drücken, ist der denkbar schlechteste Weg. Denn der Hund wird diese Bestrafung gar nicht in Verbindung mit seinem Missgeschick bringen. Schlimmer noch wird er dadurch nur eines lernen, nämlich dass er Angst vor seinem Menschen bzw. dessen Unberechenbarkeit haben muss. Der bessere Weg ist es, den Unfall ohne große Worte zu beseitigen. Passiert es häufiger, dann muss Ursachenforschung betrieben werden. Kann Krankheit ausgeschlossen werden, muss ggf. die Zeit zwischen den Gassigängen verringert bzw. die Zahl der Gänge erhöht werden.

Hund und Familie

2. Nicht genügend Zeit und Aufmerksamkeit haben

Das Wohlbefinden des Hundes hängt zu einem Großteil von der Aufmerksamkeit seiner Lieblingsmenschen ab. Statt also abends mit Einkäufen vollgepackt die Tür aufstoßen und halbherzig den Kopf des Hundes tätscheln, besser die Einkäufe zur Seite stellen und ihn ordentlich begrüßen, ansprechen, streicheln und knuddeln. Überhaupt sollte sich jeder Hundebesitzer ausreichend Zeit für seinen Hund nehmen, in der er ihm seine komplette Aufmerksamkeit für etwas, das der Hund mag, zuteil werden lässt. Das kann in Form eines schönen Spaziergangs, Kuscheleinheiten auf dem Sofa, Spiel und Toben aber auch das Beibringen neuer Kommandos sein. Denn auch hier gebührt dem Hund die alleinige Aufmerksamkeit.

Hund braucht Aufmerksamkeit

3. Ängstliches Verhalten bestrafen

Aufgestellte Nackenhaare, angelegte Ohren, eingezogener Schwanz und Knurren zeigen an, dass sich der Hund in einer bestimmten Situation nicht wohl fühlt oder gar Angst hat. Leider werden diese Anzeichen und insbesondere das Knurren oft mit aggressivem Verhalten verbunden. Schreien und übertriebene Körpersprache verschärfen die Situation noch. Was der Hund jetzt braucht ist, ihn ruhig und leise aus der Situation zu nehmen, ihn wegzuführen.

Hund und ängstliches Verhalten

4. Regeln nicht konsequent durchziehen

Hunde brauchen klare Regeln. Wenn also angesagt ist, dass er nicht auf die Möbel darf, dann muss das konsequent durchgezogen werden. Es geht also nicht, ihn bspw. bei Krankheit ausnahmsweise auf die Couch zu holen und ihn am nächsten Tag dafür zu schimpfen, dass er sich selbständig auf die Couch gelegt hat, um dort sein Nickerchen zu halten. „Nein“ heißt „nein“ - immer.

Hund und Erziehung

5. Den Hund von seiner Familie trennen

Man sagt, dass die Ursache des Problems mit einem Hund immer am oberen Ende der Leine zu suchen ist. Wenn der Hund also unerwünschtes Verhalten zeigt, ist dies oft die Folge einer fehlenden oder falschen Erziehung oder von Inkonsequenz durch seine Menschen. Woher soll der Hund denn wissen, wie er sich verhalten soll, wenn ihm nicht richtig klar gemacht wird, welche Erwartung an ihn gerichtet ist. Das Schlimmste, was man dem Hund jetzt antun kann ist, ihn aus dem Zuhause zu verbannen oder ihn gar in einen Zwinger zu sperren. Denn der Hund braucht die Nähe und Zuwendung seiner Menschen.

Bitte nehmen Sie professionelle Hilfe durch einen erfahrenen Hundetrainer oder eine Hundeschule in Anspruch, wenn Sie Probleme mit dem Verhalten Ihres Hundes haben.

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