Warum wälzen sich Hunde in Aas und anderen Stinkereien

Warum wälzen sich Hunde in Aas und anderen Stinkereien?

Mitten beim Spaziergang kann es passieren: Der Hund stürmt davon und wälzt sich genüsslich und ausgiebig auf dem Boden. Bei näherer Betrachtung stellt sich der „Tatort“ als toter Vogel, Haufen Kot oder gammeliger Fisch, der ans Ufer eines Sees gespült wurde, heraus. Und Frauchen oder Herrchen können es nicht fassen, dass mit dem Stinker dann am selben Tag wohl noch eine gründliche Reinigung ansteht. Wohl dem, der den Heimweg zu Fuß an frischer Luft absolvieren kann.

Und einmal mehr stellt sich die Frage: Warum um Himmels Willen wälzt sich mein Hund eigentlich immer wieder in unappetitlichen Stinkereien?

Vorweg, Hunde empfinden Gerüche deutlich intensiver und anders als der Mensch. Sie verfügen über deutlich mehr Riechzellen. Was für den Menschen also einfach nur übel und ekelig riecht, kann für den Hund eine völlig andere und angenehme Dufterfahrung sein. Eben weil er ganz andere Dinge herausriechen kann, als der Mensch. Es handelt sich also nicht um eine unangenehme Ungezogenheit des Hundes. Schon gar nicht macht er dies, um Herrchen oder Frauchen in die Bredoille zu bringen.

Hunde haben einen ausgeprägten Geruchssinn

Es gibt verschiedene Theorien, warum sich Hunde in Stinkereien wälzen. Allen gemeinsam ist, dass sie den ausgeprägten Geruchssinn des Hundes in den Mittelpunkt stellen. Hunde verfügen über ein Vielfaches der Riechzellen, über die ein Mensch verfügt. Zum Vergleich: Beim Menschen sind es etwa 5 Millionen Riechzellen, beim Dackel etwa 125 Millionen und beim Schäferhund sogar etwa 220 Millionen. Sie gehören damit zu den Nasentieren bzw. Makrosmatikern (übersetzt aus dem Griechischen: Großriecher). Bei Makrosmatikern ist der Geruchssinn extrem gut entwickelt, weshalb er eine sehr große Rolle innerhalb der Sinne spielt.

Mit ihrem viel stärker entwickelten Geruchssinn riechen sie also u. U. Gerüche heraus, die die menschliche Nase gar nicht wahrnehmen kann. Wenn der Mensch also nur einen Übelkeit erregenden Gestank wahrnimmt, riecht der Hund offensichtlich auch wohlriechende Komponenten aus dem vermeintlichen Stinkehaufen heraus. Sie sind zudem in der Lage, aus Gerüchen eine Vielzahl von Dingen „herauszulesen“, weshalb es möglicherweise einfach interessant und spannend für den Hund ist.

Mögliche Gründe, warum sich der Hund in stinkenden Haufen wälzt:

  • Mit starkem Geruch den eigenen überdecken
  • sich parfümieren
  • sich tarnen
  • etwas potenziell Essbares als ihr Eigentum zu markieren

Warum waelzen sich Hund in Aas

Wälzen als sexuelles Imponiergehabe

Weil dieses Verhalten in der Regel erst mit Beginn der Geschlechtsreife beim Hund zu beobachten ist, geht eine weitere Theorie davon aus, dass es sich beim Wälzen in übelriechenden Sachen um sexuelles Imponiergehabe handeln könnte. Erkennbar sei dies u. a. daran, dass der Hund, nachdem er sich ausgiebig gewälzt hat, aktiv auf andere Hunde zugeht und sich beschnüffeln lässt. Es wird davon ausgegangen, dass er sich mit seinem „Parfüm“ das er beispielsweise von einem toten Tier angenommen hat, als besonders potenter Sexualpartner anpreisen möchte, der sehr gut in der Lage ist, Beute zu machen und so den Nachwuchs zu versorgen. Zudem gelten Hals- und Nackenpartie, Wangen und Rutenansatz als die erogenen Zonen beim Hund, was erklären würde, warum er sich gleich mit vollem Körpereinsatz im Aas wälzen muss.

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